Oh, du wunderschöne Stadt, wie hast du doch mein Herz gestohlen.
Jeden Morgen darf ich vor deiner Silhouette aufwachen und den
Sonnenaufgang bei einer Tasse kubanischen Kaffee genießen. In den
letzten sechzig Jahren scheint sich nichts und doch alles an dir geändert
zu haben.
Durch deine Straßen gleiten amerikanische Luxuskarossen aus den
50ern, in den großen Bars kann man den ganzen Tag Daiquiri trinken
und Zigarren rauchen, wie einst der große Ernest Hemingway.
Deine einstigen Prachtbauten sind teilweise zu Ruinen verfallen. An
manchen Ecken sendest du Gerüche aus, die nicht von dieser Welt sind.
Deine Bewohner haben kaum Geld und dennoch möchte niemand
Mitleid. Sie machen alle ihr Ding: verkaufen Zigarren, fahren dich in
ihren alten Luxusschlitten durch die Straßen oder bieten hausgemachtes
Essen aus alten Plastikeimern an.
Abends, wenn es dunkel wird, schwingt ein Hauch von Buena Vista
Social Club durch deine Gassen. Es wird gesungen, getrunken und laut
gelacht.
Du warst einst ein prächtiges Kleinod in der Karibik, doch die Zeit hat es
nicht gut mit dir gemeint.
Nein, du bist keine typische Vorzeigestadt. Aber du bist authentisch, laut
und herzlich.
Ich verneige mich vor dir.





































